Friedrich-List-Schule
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19. Mai 2012
Wie Jugendliche ticken Drucken
Studientag „Handwerk und Kirchen“ thematisiert Auszubildende


Foto: Schülerinnen der Friedrich-List-Schule Hildesheim im Gespräch mit Landessuperintendent Eckhard Gorka (Mitte)
Jugendliche sind eher an einer vollschulischen Ausbildung als an einer betrieblichen Berufsausbildung interessiert, weil sie sich damit mehr Optionen offenhalten. Das zeigten  jetzt Gespräche mit Berufsschülern aus dem Fach „Kaufmännische Assistenz Fremdsprachen und Korrespondenz“. Die Schülerinnen und Schüler der Klasse KA1 der Hildesheimer Friedrich-List-Schule, die am diesjährigen Studientag des Ökumenischen Landesarbeitskreises Handwerk und Kirchen teilnahmen, betonten zudem, dass Arbeit vielseitig sein müsse. Auch der Faktor Spass dürfe nicht fehlen.

Damit lägen die Schüler im Trend, wie Pastorin Cornelia Dassler vom Landesjugendpfarramt der hannoverschen Landeskirche darstellte. Aktuellen Umfragen zufolge seien Jugendliche derzeit pragmatisch orientiert. Es komme hinzu, sich ehrenamtlich zu engagieren. So seien 36 Prozent aller Jugendlichen zwischen 14 und 24 Jahren ehrenamtlich tätig, weitere 43 Prozent wären bereit dazu. Ein Engagement in der evangelischen Jugend wiesen immerhin 10,1 Prozent aller 10-20-Jährigen auf. „Jugendliche, denen man etwas zutraut, bringen sich auch ein“, fasste Dassler die Zahlen zusammen. Insgesamt hätten Jugendliche ein Interesse daran, etwas für sich und etwas für andere zu tun. Außerdem wünschten sie sich Geborgenheit in einer Gruppe.

Aus der Sicht der Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen stellte die Abteilungsleiterin Berufliche Bildung, Ute Sandtvos, statistische Ergebnisse zu beruflichen Anforderungen vor. Die Erwartungen der Handwerksbetriebe nach Zuverlässigkeit, Motivation und Teamfähigkeit würden die Jugendlichen durchweg erfüllen, Defizite gebe es dagegen bei der Leistungsbereitschaft und der richtigen Einstellung zur Arbeit. Die vielgescholtenen Probleme bei der Rechtschreibung und der Allgemeinbildung träfen wohl zu, würden aber seitens der Betriebe nicht an oberster Stelle der Anforderungen stehen.

Größere Anstrengungen des Handwerks forderte Sandtvos beim sogenannten Berufsmatching, bei dem Jugendliche Gelegenheit bekommen, den für sie passenden Beruf auch wirklich zu treffen. So würden bundesweit 20 Prozent der Auszubildenden ihre Ausbildung abbrechen, in Südniedersachsen seien dies zum Glück nur neun Prozent. Dahinter stünde zumeist eine falsche Berufswahl. Im Bereich der Handwerkskammer Hildesheim-Südniedersachsen sind derzeit rund 4000 Auszubildende gemeldet.

Landessuperintendent Eckhard Gorka betonte, wie wichtig es sei, Jugendlichen eine Ration Lebenswissen mitzugeben. Dazu könne der Glaube maßgeblich beitragen. Seitens der Jugendlichen sei allerdings zu beobachten, dass Spiritualität akzeptiert sei, Kirche dagegen weniger.

Zum mittlerweile 35. Studientag des Ökumenischen Landesarbeitskreises Handwerk und Kirchen hatten der Vorsitzende des Arbeitskreises, Landessuperintendent Eckhard Gorka, und der Geschäftsführer, Pastor Walter Punke, eingeladen. Die Teilnahme der Schüler hatte Berufsschulpastor Peter Noß-Kolbe eingefädelt. Der Studientag unter dem Titel „Wie ticken die jungen Menschen?“ fand im Michaeliskloster Hildesheim statt.

Im Internet: www.kirche-handwerk.de.
 

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