Friedrich-List-Schule
Berufsbildende Schulen Hildesheim
- Regionales Kompetenzzentrum Wirtschaft -
09. Februar 2012
Gustav Hoppe Drucken
Gustav Hoppe wurde am 31.01.1897 in Astfeld/Harz geboren. Er erlernte den Beruf des Schriftsetzers und arbeitete anfangs bei der "Harzer Volkszeitung", danach arbeitete er bis zum Frühjahr als Buchdruckmeister bei der Druck- und Vertragsgesellschaft.

Grab HoppeIn seiner Jugend schloss er sich der Arbeiterbewegung an und war früh Mitglied der Gewerkschaft. 1925 trat er in die Sozialdemokratische Partei ein. Danach wurde er in den Gemeinderat in Langelsheim/Harz gewählt. 1931 verließ er Goslar und zog nach Hildesheim. Gustav Hoppe arbeitete als Buchdruckmeister bis 1933 bei dem Hildesheimer Volksblatt. Als die Nationalsozialisten die Druckerei schließen ließen wurde er arbeitslos. Da seine Gegnerschaft zum Nationalsozialismus in Hildesheim bekannt war, erhielt er keine Anstellung mehr. Gustav Hoppe nutzte die Arbeitslosigkeit für illegale Aufklärungsarbeit innerhalb der Arbeiterbewegung, deren Spaltung in Sozialdemokraten und Kommunisten er überwinden wollte. Er gehörte schließlich zu den führenden Köpfen der Widerstandsgruppe "Sozialistische Front".

Am 27. Mai 1936 wurde er in eine Falle gelockt und auf dem Arbeitsamt verhaftet. Im Verlauf  der sechzig Vernehmungen wurde er fast jedes zweite Mal misshandelt. Am zweiten Pfingsttag 1936 wurde er so schwer misshandelt, dass die Beamten der Haftanstalt einen Arzt holen mussten. Nach elf Monaten Untersuchungshaft  im Hildesheimer Godehardi-Gefängnis wurde er am 16. April 1937 vom Berliner Kammergericht zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt. Nachdem Gustav Hoppe 4 Jahre in Einzelhaft im Zuchthaus Hameln Verbracht hatte, wurde er zunächst für weitere 4 Jahre nach Celle verlegt, bevor er 1945 in das Zuchthaus Hamburg-Fuhlsbüttel gebracht wurde. Seine Freilassung, hatte er der solidarischen Hilfe eines Wachmannes zu verdanken. Er entging einer Hinrichtung der Nazis, die ihn und andere Häftlinge in der Lübecker Bucht versenken wollten. Nach seiner Rückkehr 1945 verfolgte er in Hildesheim die Idee der Einheit der Arbeitsklasse. Hoppe war Mitglied des ersten niedersächsischen Landtages. Durch die Qualen der Haftzeit war er gesundheitlich stark geschwächt. Gustav Hoppe starb am 1.April 1953 im Alter von 56 Jahren. Hoppes Grabstein auf dem Nordfriedhof enthält als Zusatz zu den Lebensdaten einen Hinweis auf seine Gegnerschaft zum Nazi-Regime und den Krieg: "Ein Leben für den Frieden." Am 25. November 1986 wurde er umgebettet. Seine Grabstätte ist heute neben den Gräbern von anderen Opfern des NS-Systems, den Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern, zu finden. Die Friedhofsverwaltung hat als Kennnummer III a li(nks) Nr. 36 erfasst.
 

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