| Offizieller Gedenktafeltext - Ausländische Opfer des 2. Weltkrieges |
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Kriegsgräberstätte für die ausländischen Opfer des Zweiten Weltkriegs Mehr als zehn Millionen Menschen wurden zwischen 1939 und 1945 von den Nationalsozialisten zur Zwangsarbeit in Deutschland verpflichtet. Vor allem in der Rüstungsindustrie wurden Kriegsgefangene und verschleppte Zivilarbeiter eingesetzt. In Hildesheimer Unternehmen arbeiteten in den letzten Kriegsjahren etwa 10 000 Menschen fremder Nationalitäten. Jede dritte Arbeitskraft war somit ein Zwangsarbeiter oder eine Zwangsarbeiterin. Der größte Teil der zwangsrekrutierten ausländischen Arbeitskräfte lebte im „Gemeinschaftslager Lademühle“, eine von der Deutschen Arbeitsfront verwaltete Unterkunft. Hier waren vor allem jene „Fremdarbeiter“ untergebracht, die bei den Vereinigten Deutschen Metallwerken (VDM) und bei der Firma Senking arbeiteten. Insgesamt sind heute mehr als 700 ausländische Kriegsopfer auf dem Nordfriedhof bestattet. Die meisten Opfer starben an Krankheiten, Erschöpfung und Unternährung als Folgen der schlechten Lebens- und Arbeitsbedingungen. Die ca. 500 Einzelgräber sind in14 Reihen zu je 24 Grabsteinen unter fünf Linden angelegt. Bei den meisten Toten handelt es sich um Menschen aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion, die fernab ihrer Heimat Opfer des Zweiten Weltkriegs geworden sind. Unter den Toten befinden sich auch Kinder, von denen manche erst in einem Lager für Zwangsarbeiterinnen geboren worden sind. Das Massengrab auf diesem Gräberfeld mit dem Gedenkstein für „208 Unbekannte“ erinnert an die Massenmorde in den letzten Kriegstagen. Bei Massenhinrichtungen auf dem Marktplatz und im so genannten Polizei-Ersatzgefängnis auf dem Nordfriedhof wurden 191 Männer und 17 Frauen wegen angeblicher „Plünderei“ hingerichtet. Bei den Opfern handelte es sich um ausländische Zivilarbeiter und Kriegsgefangene. Der Gedenkstein in „P“-Form aus dem Jahr 1969 soll an die italienischen Opfer erinnern. Die Inschrift „AI CADUTI ITALIANI“ lautet übersetzt „Den italienischen Gefallenen“. |

