| Kriegsgräberstätte für die Bombenopfer des Zweiten Weltkriegs |
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Am Ende dieses Weges ist im Hintergrund das felsige Kreuz zu erkennen, das den Weg zu den Opfern des Bombenkriegs weist. Der Bombenkrieg im Zweiten Weltkrieg Mit Flächenbombardements gegen Wohngebiete, Rüstungszentren oder Bahnhofsanlagen in den Städten versuchten die Briten und Amerikaner erfolglos die Loyalität der deutschen Bevölkerung mit Hitler zu brechen. Der Einsatz neuer Zielmittel (Radar) erhöhte die Treffsicherheit bei Luftangriffen. Die schlimmsten Bombenangriffe der Alliierten auf deutsche Städte erfolgten in den letzten Kriegsmonaten. Seit Januar 1945 starben täglich mehr als 1000 Menschen im Bombenhagel in Berlin, Hamburg, Dresden, Swinemünde, Hildesheim und in anderen Orten. Viele der insgesamt 2 800 000 toten Zivilisten auf deutscher Seite ließen ihr Leben bei alliierten Luftangriffen. Die Nationalsozialisten erprobten den Bombenkrieg bereits im spanischen Bürgerkrieg. Die Zerstörung des baskischen Stadt Guernica 1937 verewigte Picasso in seinem weltberühmten Gemälde als Mahnmal gegen unmenschlichen Terror. Im Zweiten Weltkrieg zerstörte die deutsche Luftwaffe die mittelenglische Stadt Coventry 1940 fast völlig.Der von den Hitler-Diktatur entfachte kriegerische Flächenbrand richtete sich aber schon bald macht- und schreckensvoll gegen die Bevölkerung in den deutschen Städten. Der Bombenkrieg in Hildesheim Die städtischen Statistiken beziffern die Zahl der getöteten Bombenopfer in Hildesheim zwischen 1645 und 1736 Menschen, darunter 100 Wehrmachtsangehörige und 146 Ausländer. Die folgende Übersicht zeigt die Schrecken der Bombardements in Hildesheim:
(Quelle: Menno Aden: Hildesheim lebt, Zerstörung und Wiederaufbau, Eine Chronik, 1. Aufl., Hildesheim 1994, S. 238) [Bild: Jakobistraße] [Bild: Seilwinderstraße] (Jakobistraße und Seilwinderstraße, vor und nach der Zerstörung) Die damals 23-jährige Elfriede Gormanns aus Diekholzen, zu Besuch in Hildesheim, überlebte den verheerenden Bombenangriff am 22. März 1945 in einem Luftschutzkellerraum in der Seilbindergasse, direkt neben dem Rathaus: „Dzerstörtes Hildesheimie Detonationen rückten näher und näher. Die fest verschlossene Tür krachte plötzlich unter dem gewaltigen Luftdruck auf und das Gebäude fiel mit lautem Krachen in sich zusammen. Der Ausgang aus dem Keller war versperrt. Wir saßen fest. Es entstand eine große Hitze.“ (Elfriede Gormanns: Unveröffentlichter Augenzeugenbericht, Hildesheim 2000) Elfriede Gormanns überlebte, aber mindestens 1006 Menschen starben an diesem 22. März 1945. Alle wichtigen öffentlichen Gebäude, Fachwerkbauten und Kirchen der Altstadt waren zerstört. [Bild: Hildesheim nach dem 22. März. Blick vom Andreasturm über die Rolandstraße auf die zerstörte Michaeliskirche] Die Bomberopfer auf dem Nordfriedhof Die zivilen Opfer der Luftangriffe wurden auf dem Zentralfriedhof (Nordfriedhof) auf einem vom Ehrenfriedhof getrennten separaten Gräberfeld beigesetzt. 708 Kriegsgräber der Bombenopfer sind heute insgesamt erfasst; in manchen Fällen hatten Angehörige auf eine Kennzeichnung als Kriegsgrab verzichtet. Auf dem Gräberfeld für die Kriegsopfer des Bombenkriegs befinden sich in 15 Reihen ca. 500 eingelassene Grabsteine. Das ursprünglich mit Rosen bepflanzte Gräberfeld wurde am 20. November 1955 eingeweiht. Das grob bearbeitete felsige Dolomit-Kreuz ist von zwei Gedenkplatten mit Inschriften umgeben. Die Grabplatte in Reihe 12, Nr. 19 (rechts des Weges), weist die letzte Ruhestätte von Margarete Wagner, geborene Ilse (geb. 1906), ihren beiden Kindern Otto (geb. 1931) und Günther (geb. 1944) aus. In diesem Grab beigesetzt sind auch eine unbekannte Frau und ein unbekanntes Mädchen. Wie viele andere Opfer des 22. März 1945 wurden sie auch am 10. April 1945 beerdigt. Die im Stadtarchiv einsehbaren Listen geben die Moltkestr. 64 als Anschrift der Angehörigen an. Die gleiche Anschrift zeigen die Listen auch für das Grab Nr. 18 in Reihe 12. Dort haben Karoline Ilse, geborene Freimann, sowie drei Unbekannte (Mann, Frau, Mädchen) ihre letzte Ruhestätte. Ausblick Hildesheim ist nach dem Krieg wieder aufgebaut worden. Der Marktplatz und die Weltkulturdenkmale (Dom, Michaeliskirche) sind wieder attraktive Touristenziele. Die Katastrophe des 22. März 1945 erinnert mahnend, die Auswirkungen von Kriegen auf die Zivilbevölkerung nie in Vergessenheit geraten zu lassen. „Sorgt ihr, die ihr noch im Leben steht, dass Frieden bleibe, Frieden zwischen den Menschen, Frieden zwischen den Völkern.“
(Theodor Heuss)Anmerkung: Der Text für die Pulttafel "Bombenopfer" auf dem Nordfriedhof wurde von dem Volksbund überarbeitet. |


Mit Flächenbombardements gegen Wohngebiete, Rüstungszentren oder Bahnhofsanlagen in den Städten versuchten die Briten und Amerikaner erfolglos die Loyalität der deutschen Bevölkerung mit Hitler zu brechen. Der Einsatz neuer Zielmittel (Radar) erhöhte die Treffsicherheit bei Luftangriffen. Die schlimmsten Bombenangriffe der Alliierten auf deutsche Städte erfolgten in den letzten Kriegsmonaten. Seit Januar 1945 starben täglich mehr als 1000 Menschen im Bombenhagel in Berlin, Hamburg, Dresden, Swinemünde, Hildesheim und in anderen Orten. Viele der insgesamt 2 800 000 toten Zivilisten auf deutscher Seite ließen ihr Leben bei alliierten Luftangriffen.
Die Nationalsozialisten erprobten den Bombenkrieg bereits im spanischen Bürgerkrieg. Die Zerstörung des baskischen Stadt Guernica 1937 verewigte Picasso in seinem weltberühmten Gemälde als Mahnmal gegen unmenschlichen Terror. Im Zweiten Weltkrieg zerstörte die deutsche Luftwaffe die mittelenglische Stadt Coventry 1940 fast völlig.
Hildesheim ist nach dem Krieg wieder aufgebaut worden. Der Marktplatz und die Weltkulturdenkmale (Dom, Michaeliskirche) sind wieder attraktive Touristenziele. Die Katastrophe des 22. März 1945 erinnert mahnend, die Auswirkungen von Kriegen auf die Zivilbevölkerung nie in Vergessenheit geraten zu lassen.