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09. Februar 2012
Kriegsgräberstätte für die im Zweiten Weltkrieg getöteten Soldaten (Ehrenfriedhof) Drucken
1939 wurde der Ehrenfriedhof für die gefallenen Soldaten des Zweiten Weltkriegs angelegt. In Blickrichtung zum Holzkreuz und zum Friedhofseingang Richthofenstraße sind rechts und links der beiden Wege 351 Grabstätten die bleibenden Zeugen der während der Hitler-Dikatur geopferten Soldaten.


Der Zweite Weltkrieg

Infanterie auf dem VormarschMit dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf das benachbarte Polen hatte das nationalsozialistische Deutschland am 1. September 1939 den Zweiten Weltkrieg ausgelöst.



Sechs Jahre später hatten weltweit 55 Millionen Menschen das Leben verloren.

Obwohl die deutsche Bevölkerung nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 allmählich auf den Krieg vorbereitet wurde, kam eine Begeisterung für den Krieg 1939 nicht auf.

[Bild: Galgenbergdenkmal] Exerzieren auf dem Karl-Dincklage-Platz
Einweihung des Kriegerdenkmals am Galgenberg Exerzieren auf dem Karl-Dincklage-Platz

Die militärischen Erfolge der Soldaten der deutschen Wehrmacht stärkten in den ersten Kriegsjahren aber das Vertrauen in die Berechtigung des von Hitler verursachten Weltkriegs. Rückkehr vom Frankreichfeldzug
Nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion, am 22. Juni 1941, führte der totale Krieg um „Lebensraum im Osten“ allmählich in die nach Stalingrad (1943) sichtbar werdende militärische Katastrophe. Der Krieg im Osten wurde von Beginn an als Weltanschauungs- und Vernichtungskrieg geführt. SS-Einsatzgruppen folgten den vorrückenden Wehrmachtstruppen um die als rassisch minderwertig eingestuften Menschen, z. B. Juden, Sinti und Roma hinzurichten. In den besetzten Gebieten waren Wehrmachtsoldaten, die auf Hitler persönlich vereidigt waren, an den Kriegsverbrechen gegenüber der Zivilbevölkerung mitbeteiligt. Hitlers Rassenwahn kostete sechs Millionen jüdischen Menschen das Leben. Mit insgesamt zwanzig Millionen Toten mussten Russen, Ukrainer und andere Völker der Sowjetunion, die unter der deutschen Besatzungspolitik am stärksten litten, die zahlenmäßig größten Verluste in diesem Krieg hinnehmen.

Von deutschen Besatzern erhängte Partisanen
Von deutschen Besatzern erhängte Partisanen

Erst am 8. Mai 1945 endete mit der Kapitulation Deutschlands der Zweite Weltkrieg. Neben den vielen Opfern auf Seiten der Alliierten starben 4,3 Millionen deutsche Soldaten, zumeist auf den zahlreichen Kriegsschauplätzen. Die  Soldaten wurden geopfert für den Größenwahn ihres Oberbefehlshabers und im Dienst der nationalsozialistischen Diktatur.


Getötete Wehrmachtsangehörige aus Hildesheim

In der amtlichen Statistik für die Stadt Hildesheim wird die Gesamtzahl von 2831 getöteten Wehrmachtsangehörigen aus Hildesheim genannt:

  • Mehr als 2400 dieser Soldaten starben an den zahlreichen Fronten, die meisten im Osten Europas.
  • Fast 300 dieser Soldaten starben an Krankheiten und Verwundungen.
  • In Deutschland starben 533 Soldaten, davon 75 in Hildesheim.
  • Fast 400 dieser Soldaten sind nicht einmal 21 Jahre alt geworden.
  • 17 Soldaten haben sich selbst das Leben genommen.
  • 6 Soldaten aus Hildesheim wurden hingerichtet.

Ein Hildesheimer Offizier im Widerstand gegen den Nationalsozialismus

[Bild: Georg Schule-Büttger]

Der 40-jährige Hildesheimer Offizier Georg Schulze-Büttger Georg Schule-Büttgergehörte zur Verschwörer-Gruppe um Oberst Graf Schenk von Stauffenberg. Das Attentat auf Hitler in dem ostpreußischen Hauptquartier „Wolfsschanze“ am 20. Juli 1944 scheiterte.  Georg Schulze-Büttger wurde am 13. Oktober 1944 als „Vaterlandsverräter“ in Berlin-Plötzensee hingerichet. Auf dem Lamberti-Friedhof in Hildesheim ist seine letzte Ruhestätte. Eine Straße im Stadtteil Bockfeld ist 1981 nach Georg Schulze Büttger benannt worden.


Soldatengräber auf dem Ehrenfriedhof

Die schlichten 351 grauen Grabsteine aus Sandstein, die lediglich die Namen und die Lebensdaten beinhalten, weisen auf die mehr als 360 toten Soldaten hin, die auf diesem Teil des Ehrenfriedhofs ruhen. Vereinzelt sind auch Grabstätten von Frauen, die z. B. als Flakhelfein eingesetzt wurden, auf diesem Friedhofsteil zu finden. Viele dieser Soldaten, die häufig aus anderen Landesteilen Deutschlands stammten, starben in einem Hildesheimer Lazarett. Manche von ihnen sind bis heute unbekannte Opfer geblieben. In zwei dieser 351 Gräber sind 13 Soldaten aus dem Lazarett in der Goetheschule beigesetzt. Am 22. März 1945 starben diese Soldaten, wie auch zahlreiche Zivilisten und Zwangsarbeiter, bei dem schwersten Bombardement auf Hildesheim.

Soldaten als Täter und Soldaten als Opfer der Hitler-Diktatur. Diese Unterscheidung wird zumindest im Tode bedeutungslos.

Ausblick

Die Bundeswehr hat sich der doppelten Tradition des Soldatentums zwischen Täterschaft und Widerstand in der NS-Zeit gestellt. Das Konzept vom „Staatsbürger in Uniform“, das die Bundeswehr seit ihrem Aufbau prägt, greift die Tradition des militärischen Widerstandes auf.



„Die sich des Vergangenen nicht erinnern, sind dazu verurteilt, es noch einmal zu erleben.“
(Santayana)



Anmerkung:
Der Text für die Pulttafel "Ehrenfriedhof 2. Weltkrieg" auf dem Nordfriedhof wurde von dem Volksbund überarbeitet.
 

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